Mittwoch, 16. April 2008

Das Leben an der PH

Was gibt es schöneres als eine erste Vorlesungswoche an der PH? Nichts! Erholt und hoch motiviert geht es wieder los. Hurra!

Dieses Mal hatte ich alle Anmeldefristen eingehalten, sämtliche Regularien und formellen Herausforderungen beachtet. Kurzum - ich hatte alles richtig gemacht. Mein sorgfältig ausgearbeiteter Stundenplan sieht sehr gut aus, keinerlei überflüssige Hohlstunden. Nicht zuviele und vor allem nicht zuwenige Wochenstunden, dazu ein Tagesfachpraktikum - das Semester kann losgehen!

Bekanntlich ist das Leben zwar hart - aber auch unfair. Im Bezug auf die PH sogar chaotisch. Stellenweise sogar verwirrend. Manchmal dermaßen verwirrend, dass am Ende die Leute, welche zuerst dachten alles richtig gemacht zu haben, die Verwirrten sind.

Doch zuerst das Positive. Mein erster Termin im Tagesfachpraktikum in Oberderdingen war unerwartet gut. Klar, in der Ortschaft sagen sich Kuh und Hase gute Nacht und die Bauern bringen die Traktoren heim sobald es dunkel wird. Wahrscheinlich könnte man vom Zentrum der Welt nicht weiter entfernt sein. Aber egal. In einer reinen Frauengruppe bin ich der Hahn im Korb. Allerdings erstmal abwarten, ob das mit sieben Frauen und einer Lehrerin wirklich toll werden wird. Trotz, oder vielleicht gerade wegen, des ländlichen Gebiets ist die Schule topp. Neben einem schnuckelig eleganten Wohngebiet gelegen überrraschte mich die Schule mit einem erstklassigen modernen Erscheinungsbild. Die technische Ausstattung ist auf höchstem Niveau, alles wirkt sehr hell, aufgeräumt und sehr sauber. So stelle ich mir eine Schule vor.
Wir sind in einer siebten Klasse, und entgegen aller Vorurteile sind die Schüler aufmerksam, aufgeweckt und voll motiviert. Kein Vergleich zu der neunten Klasse, die ich davor mitten in Karlsruhe hatte. Am 3.6. werde ich meine erste Stunde halten. Natürlich habe ich mir Grammatik geangelt, meine Stunde wird sich mit Wortarten beschäftigen. Ja, ich habe sadistische Züge in mir entdeckt. Und ich freue mich darauf!!

Ansonsten verliefen Montag und Dienstag problemlos für mich. In einigen Veranstaltungen gab es die obligatorischen Diskussionen, wenn Leute rausgeschmissen bzw. nicht reingelassen wurden. Aber da ich dieses Mal alles richtig gemacht hatte, war es mir relativ egal.

Heute musste ich dann leider mal wieder feststellen, dass man doch immer wieder der Dumme ist, wenn man sich an die Regeln hält. Wenn man sich über StudIP anmeldet, wochenlang auf der Warteliste hochrutscht und schließlich eine Teilnahmebestätigung bekommt, darf man sich freuen. Sollte man denken. Stattdessen erscheint man in diesem Seminar, die Dozentin packt eine fünf Wochen alte Liste aus, die mit der aktuellen auf StudIP nichts mehr zu tun hatte. Auf neuere Listen könne sie nicht zugreifen, da diese durch Systemabstürze und Fehlfunktionen eh nicht mehr zuverlässig seien. WTF?!?!
Lange Rede kurzer Sinn: plötzlich war ich nicht in der Veranstaltung, in der ich ordentlich angemeldet war. Ein paar andere haben sich geschickt hineinargumentiert, da sie weiter vorne saßen und deshalb zuerst zu Wort kamen. Nochmal, WTF?!?
Also sitze ich plötzlich da mit über zwei Stunden Freizeit. Nicht, dass ich extra für diese Veranstaltung aus einer anderen rechtzeitig ausgetreten bin. Denn ich halte mich ja an Regeln. Pfft. Nie wieder.
Statt einem lückenlosen Stundenplan habe ich urplötzlich eine Brunchpause und darf deswegen noch ein weiteres Seminar streichen, nur damit ich diese ominöse Englischveranstaltung zu einem anderen Zeitpunkt einschieben kann. Wenn ich sie nicht in diesem Semester unterbringe, dürfte ich nur ein Jahr darauf warten. Ist ja nix, wie die Dozentin meinte.

Was lernern wir darauf? Wegen einem Seminar, zu dem ich ordentlich angemeldet war, verpasse ich zwei andere. Ironischerweise ist das Seminar, in das ich jetzt noch glücklicherweise reingerutscht bin, in keinster Weise prüfungsrelevant - nach Aussage der Dozentin sogar komplett überflüssig. Sie würde es gerne loswerden, es sei ein Klotz am Bein. Wieso wird es dann überhaupt angeboten? Klar, wir bekommen eine Unterschrift für einen Modulbaustein. Aber wenn der Inhalt mehr oder weniger komplett egal ist?
Manchmal verstehe ich den tieferen Sinn eines Studiums an der PH nicht. Es werden konsequent zu wenige Veranstaltungen angeboten - und jeder weiß es. Warum aber werden Seminare veranstaltet, die inhaltlich zwar interessant, für den weiteren Verlauf des Studiums und die damit verbundenen Prüfungen uninteressant sind?

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