Freitag, 28. März 2008

Sixpack?

Nein, ich bin nicht auf die tolle Idee gekommen, mir in sechs Wochen ein Sixpack anzutrainieren. Kann mir auch nicht wirklich vorstellen, wie das mit meiner Fettschicht aufm Bauch möglich sein sollte. Muskeln antrainieren ja, gerne. Aber bis die auch zu sehen sind? Dementsprechend geht es eh erstmal weiterhin in erster Linie ums Abnehmen. Was danach kommt...

Auch wenn ich den direkten Vorsatz des Sixpacks nicht habe, so bin ich doch eifrig am Lesen und recherchieren über das Thema. Und dabei ist mir einiges aufgefallen.
Klar ist, dass ich nicht irgendwelche Mittelchen benutzen will um abzunehmen, genausowenig werde ich mich zu Tode hungern. Irgendwelche ungesunden FDH- und sonstige Diäten habe ich bereits ausprobiert. Da diese aber immer nur in chronischer schlechter Laune endeten, bleibe ich definitiv bei meiner sportlichen Methode: mehr Kalorien zu verbrauchen, als ich zu mir nehme. Das mag nicht die schnellste Methode sein, aber ich fühle mich wohl dabei. Natürlich beinhaltet das Geheimnis vom sagenumwobenen Waschbrettbauch mehr, als nur das obligatorische Fett weg.

Offensichtlich hatte ich bis jetzt eine falsche Vorstellung von richtigem Bauchmuskeltraining. Mehr ist anscheinend doch nicht immer mehr. Vor allem nicht, wenn es um Muskeln geht. Also erstmal weg mit dem Gedanken 5x 50 Crunches jeden Tag machen zu wollen. Wäre wohl eh zu anstrengend ;)

Was ich gelernt habe: der Muskel wächst nicht durch das Training, sondern danach im Schlaf, während er sich ausruht. Diese Ruhezeit sollte übrigens 48 Stunden betragen. Die Muskeln bekommen durch das Training einen Reiz zum Wachsen. Dieser Reiz stellt sich bereits bei 12 bis fünfzehn Wiederholungen ein. Mehr ist nicht nötig. Bei einer zu langen Belastung kann es z.B. vorkommen, dass der Bauch schon lange nicht mehr mitmacht und überlastet ist, die Arbeit aber von Hüften und Beinen und dem dazugehörigen Schwung übernommen wird. Damit ist der eigentliche Sinn des Bauchmuskeltrainings natürlich nicht mehr erfüllt. Sätze sollte man je nach Trainingsstand zwei bis drei machen, auf keinen Fall fünf oder mehr. Insgesamt scheinen zwei bis dreimal die Woche Bauchmuskeltraining passend zu sein. Oder andersrum gedacht: wenn ich ihn jeden Tag trainiere, wann hätte der Bauch, äh, die Muskeln Zeit zu wachsen?

Aber weiter im Text. Jede Übung sollte möglichst langsam und konzentriert ausgeführt werden. Da es um die Bauchmuskeln geht, muss der Fokus auch auf diesen legen. D.h. nicht die Helfer Schwung/Hüfte/Beine mitarbeiten lassen. Die Atmung sollte dieses Vorgehen unterstützen, ebenfalls langsam und kontrolliert sein - kein Luftanhalten und ähnliches.

Ok, jetzt weiß ich etwas über die Hintergründe und die Art und Weise. Aber welche der vielen Bauchmuskelübungen taugen denn jetzt etwas für mich?
Herausgefunden habe ich, dass Übungen wie liegendes Bein- und/oder Hüftheben effektiver sind, da sie den Bauch intensiver reizen als die klassischen Crunches, die jeder kennt. Aber warum bitte sehe ich dann die Leute im Fernsehen immer nur Crunches machen? Zu lesen ist auch fast überall: Crunches - die Königin der Bauchübungen!

Als angehender Lehrer scheinen mir hier gewisse pädagogische Gründe mitzuspielen. Durch diese klassischen Crunches trainiert man die kleinen Abschnitte ganz oben am Bauch, die dementsprechend als erstes zu sehen sind. Quasi bietet diese Übung den direkten Einstieg hin zum schnellen Erfolgserlebnis. Und was motiviert am besten? Klar, der Erfolg. Damit lassen sich die Leute bei der Stange halten und machen weiter. Typisches Lehrerdenken ;)
Wenn ich einige medizinische Texte richtig verstanden habe, sind die klassischen Crunches sehr rückenschonend und gelten dementsprechend als gesund. Wohl auch ein Punkt, der für die Beliebtheit spricht.


Mein persönliches Fazit (bis jetzt) zum Thema Bauchmuskeln:
Zehn Minuten effektives Training reichen, zuviel ist nicht fördernd, auf die Muskeln konzentrieren. Drei verschiedene Übungen à maximal 20 Wiederholungen bei zwei bis drei Sätzen, zwei bis drei Mal die Woche. Dabei auf saubere Ausführung und Technik achten.
Weiter abnehmen. Aber bevor ich kein Sixpack habe, brauche ich keinen Gedanken daran verschwenden, dieses mit mehr Wiederholungen auszudefinieren ;)

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