Sonntag, 4. Mai 2008

Was macht die Fitness?

Nach meiner unfreiwilligen knapp zwei wöchigen Zwangspause hat es diese Woche endlich wieder mit Sport geklappt. Was ich mir zuerst nicht eingestehen wollte, so eine Oberschenkel-Zerrung ist eine sehr hinterhältige Sache. Nach ein paar Tagen fühlten sich normale Bewegungen wieder rund und flüssig an. Allerdings traute ich mich trotzdem nicht, auch nur einen schnellen Schritt oder eine ruckhaftige Bewegung zu machen. Zu groß war die Angst, die Wartezeit unnötig zu verlängern.

Diese sportfreie Zeit war eine träge Angelegenheit. Nur rumsitzen und nichts machen ist auf Dauer zu langweilig und nicht sehr erbaulich. Inzwischen auf jeden Fall. Vor drei oder vier Monaten war das normaler Alltag. Diese Zeit ist zum Glück vorbei.
Meinem Körper scheint die Pause hingegen sehr gut getan zu haben. Vollkommen regeneriert und motiviert bin ich diese Woche das Laufen wieder angegangen, ohne Ziele und Vorgaben. Beim ersten Mal war ich noch etwas vorsichtig. Nach 45 Minuten gediegenen Tempos war ich wieder zu Hause, hatte aber das Gefühl: da geht noch was. Gesagt getan, beim zweiten Mal bin ich so lange und so weit gelaufen wie noch nie zuvor. Fast eine Stunde war ich unterwegs! Hurra! Was war ich stolz auf mich. Natürlich war ich danach ein Tag lang komplett am Ende. Aber die Strecke, die Zeit und mein Tempo - so gut gefühlt hatte ich mich seit Jahren nicht mehr :)
Am Samstag war ich zudem das erste Mal wieder kicken. Nach dem Erfolgserlebnis im Laufen war ich außergewöhnlich motiviert und erwartete wohl wundersame Traumaktionen von mir. Diese stellen sich, wen wunderts, natürlich nicht ein. Träume sind manchmal eben doch Schäume. Vielmehr hat sich mal wieder gezeigt, dass Laufen und Fußball spielen zwei vollkommen unterschiedliche Ausdauergrundlagen erfordern. Was habe ich davon, wenn ich eine Stunde durchlaufen kann, dafür aber nach zwei Antritten erstmal sehr tief und kräftig durchschnaufen muss? An diesem Punkt werde ich verstärkt arbeiten. Lieber nur eine halbe Stunde laufen, dafür noch Steigerungsläufe anhängen.
Morgen, Montag, gehe ich wieder kicken. Hoffentlich bin ich nicht noch zu fertig von gestern, das wäre nicht sehr produktiv. Für Mittwoch ist das nächste Mal kicken angedacht. Hoffentlich übernehme ich mich da nicht zu sehr. Freitag komme ich dann wohl erst wieder zum Laufen, mal schauen wie es bis dahin aussieht.

Mein Gewicht hat sich in der sportfreien Zeit konstant gehalten, es gab weder einen Ausschlag nach oben oder unten. Auch wenn ich eher ungerne auf die Waage stehe und mich lieber auf den Spiegel verlasse, nach einer knappen Woche Sport zeigten sich sofort wieder Ergebnisse - im positiven Sinne, ein Kilo weniger. Damit stoße ich inzwischen in Bereiche vor, von denen ich dachte, sie seien für immer außer Reichweite.
Als direkter Vergleich: vorm Standesamt hatte ich mir mit Hilfe von WW und ohne Sport ca. 20 Kilo runtergehungert. Am Ende stand die Waage bei 85,5 und es ging mir nicht wirklich gut. Nur allzuverständlich hatte ich schnell wieder zehn Kilo mehr.
Mit einer gesunden Mischung aus Sport und einer bewussteren Ernährung, ohne Punkte zählen oder sonstigen Schnickschnack, bin ich inzwischen bei 83,5 angelangt. Der Unterschied zu letztem Jahr? Es geht mir gut! Ich fühle mich immer frischer und lebendiger. Zudem ist ein Ende noch nicht in Sicht. Oder um es mit James Browns Worten zu sagen: I feel good ;)

Freitag, 2. Mai 2008

Guitar Hero!!!

Vor ein paar Tagen bin ich auf dem Heimweg zufälligerweise einem alten Bekannten vors Fahrrad gestolpert. Zu meinem größten Erstaunen musste ich feststellen, dass er eine Gitarre durch die Gegend spazierte. Hmm, in meinem Langzeitspeicher ist er als eine der unmusikalischsten Personen eingeordnet, die ich je kennengelernt habe. Also warum bitte nimmt der Kerl plötzlich Gitarrenunterricht?!?

"Tja, ich hab soviel Guitar Hero gespielt, da blieb mir keine Wahl und ich musste einfach anfangen, richtig Gitarre spielen zu lernen". Diese Antwort erzeugte bei mir eine Art bizarren Staunens, auch bekannt unter dem Namen: offener-Mund-Effekt. Wir haben uns danach noch eine Weile unterhalten, aber dieses Staunen setzte sich fest und ich konnte es nicht mehr vertreiben.

Mit der ersten freuen Minute habe ich den Rechner angeworfen, ein paar Details über Guitar Hero nachgelesen und mir letztendlich kurzentschlossen die PC-Version gezogen. Natürlich nur für empirische Zwecke. Das war am sehr späten Nachmittag. Kurz vor Mitternacht erinnerte mich meine bessere Hälfte unsanft daran, was für einen Lärm ich mache und dass wir nicht allein im Haus wohnen. Anders ausgedrückt: scheisse, das Spiel machte so richtig Spaß! Einen kleinen Makel gab es allerdings. Das Keyboard passte nicht wirklich und trübte die Stimmung ein ganz klein wenig. Zudem redete ich mir ein, dass alles nach dem einfachsten Schwierigkeitsgrad natürlich leichter sei mit einer Gitarre. Doofe Sache. Aber gut.

Am heiligen 1. Mai verbrachte ich unter anderem wieder einige Stunden mit dem Spiel (bin extra früher aufgestanden deswegen!) und langsam aber sicher reifte ein Entschluss. Aber nichts überstürzen, denn so ein Spiel macht Spaß für drei Tage, danach landet es irgendwo in der Ecke, setzt Staub an und wird nie wieder vorgeholt. Das sagte mir auf jeden Fall die Stimme der Vernunft. Heute morgen bin ich kurzentschlossen im Saturn vorbeigeschneit, um mir die PS2-Version mit Gitarre zu holen -.-
Seitdem sind ca. vier Stunden vergangen und mein Rücken beschwert sich bereits vom vielen Zocken. Wie soll das bitte enden? Zuerst mit einem kleinen Mittagschäfchen. Was danach kommt... man weiß es nicht genau.

Die Lektion des Tages: nie fragen, warum jemand ein Musikinstrument mit sich rumträgt. Großer Fehler, unbedingt vermeiden! Dafür gibts jetzt eine neue Attraktion für jede Party ;)

Sonntag, 27. April 2008

Was sollte man gelesen haben?

Tja, der Titel sagts deutlich: welche Literatur sollte man und natürlich auch Frau in seinem Leben wirklich gelesen haben? Funktioniert es überhaupt, eine Liste zusammenzustellen? Und viel wichtiger, ergibt so eine Aufzählung überhaupt einen Sinn?
Wohl kaum. Es gibt genug Beispiele die belegen, dass man kein einziges Buch gelesen haben muss, um durchs Leben zu kommen, um etwas Besonderes zu sein oder Außergewöhnliches zu leisten. Aber es scheint zu helfen ;)
Zudem sollte ich als Deutsch-Student einen gewissen Anspruch erfüllen, ob ich will oder nicht. Das steht leider außer Frage. Hoffentlich ende ich aber nicht als einer dieser altklugen Deutschlehrer, die nichts bessere zu tun haben, als besserwisserische Zitate in einem Augenblick des Triumphs unter die verdutzte Schülerwelt zu bringen.

Der gute Herr Reich-Ranicki hat einen Kanon veröffentlich, der die seiner Meinung nach 20 wichtigesten Romane der deutschen Geschichte enthält. In meinen Augen ist das eine gute Gelegenheit, damit ein kultureller Tiefflieger wie ich genüsslich die Lage sondieren kann. Natürlich beinhaltet dieser Kanon auch Dramen, Lyrik, Erzählungen und Essays. Aber für die erste Einschätzung der Lage konzentriere ich mich nur auf die Romane.

Die Wahlverwandschaften - Johann Wolfgang von Goethe
Die Leiden des jungen Werther - Johann Wolfgang von Goethe
Die Elixiere des Teufels - E.T.A. Hoffmann
Der grüne Heinrich - Gottfried Keller
Frau Jenny Treibel - Theodor Fontane
Effi Briest - Theodor Fontane
Buddenbrooks - Thomas Mann
Der Zauberberg - Thomas Mann
Professor Unrat - Heinrich Mann
Unterm Rad - Hermann Hesse
Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
Der Prozeß - Franz Kafka
Berlin Alexanderplatz - Alfred Döblin
Radetzkymarsch - Joseph Roth
Das siebte Kreuz - Anna Seghers
Die Strudlhofstiege - Heimito von Doderer
Tauben im Gras - Wolfgang Koeppen
Die Blechtrommel - Günter Grass
Montauk - Max Frisch
Holzfäller - Thomas Bernhard

Tja. Einerseits bin ich erstaunt darüber, wieviel ich davon bereits gelesen habe - auch wenn ich in der Schule nicht immer die Wahl hatte und es eher unfreiwillig war. Aber andererseits kenne ich manche Sachen davon überhaupt nicht! Dieser Weg wird lang, teuer und beschwerlich. Kleine Schritte machen...

Meine Stöberei hatte zudem erst begonnen. Deutsche Literatur höheren Anspruchs ist eine Sache, aber ich will mehr als irgendwelche österreichische Autoren, von denen ich bis jetzt nichts gehört hatte! Eine komplettere Liste von Büchern, die unbedingt irgendwann in meinem Bücherregal stehen sollen. Quasi meine persönliche Liste lesenswerter Bücher. Bücher, an denen ich Interesse habe, auch welchem Grund auch immer. Deshalb folgt eine recht willkürlich zusammengewürfelte Auflistung. Dabei gefällt mir besonders, das ich bei "gelesen" wesentlich mehr Haken machen kann. Nur im Bücherregal steht fast nichts davon :/

Odysee, Ilias - Homer
Sagen des klassischen Altertums - Gustav Schwab
Don Quijote - Miguel de Cervantes
Die göttliche Komödie - Dante Alighieri
Das verlorene Paradies - John Milton (+englisch, Himmel hilf)
Tom Sawyer und Huckleberry Finn - Mark Twain (+englisch)
Stolz und Vorurteil - Jane Austin (+englisch)
Die Liebe in den Zeiten der Cholera - Gabriel Garcia Marquez
Der Spieler - Fjodor Dostojewskii
Schuld und Sühne - Fjodor Dostojewski
Der Name der Rose - Umberto Eco
Der alte Mann und das Meer - Ernest Hemingway (+englisch)
1984 - George Orwell (+englisch)
Also sprach Zarathustra - Friedrich Nietzsche
Der kleine Prinz - Antoine de St.Exupery
Von Mäusen und Menschen - John Steinbeck (+englisch)
Mephisto - Klaus Mann
Das Parfüm - Patrick Süskind
Schöne neue Welt - Aldous Huxley (+englisch)
Gottes Werk und Teufels Beitrag - John Irving (+englisch)
Der Schwarm - Frank Schätzing
Steppenwolf - Hermann Hesse
Siddartha - Hermann Hesse
Die Physiker - Friedrich Dürrenmatt
Der Richter und sein Henker - Friedrich Dürrenmatt
Moby Dick - Herman Melville (+englisch)
Neuromancer - William Gibson (+englisch)
Herr der Fliegen - William Golding (+englisch)
Fahrenheit 451- Ray Bradbury (+englisch)
Das Ekel - Jean Paul Sartre
Faust - Johann Wolfgang von Goethe
Dreigroschenoper - Berthold Brecht
Per Anhalter durch die Galaxis - Douglas Adams (+englisch)
Im Westen nichts Neues - Erich Maria Remarque

So, dann mal gleich anfangen mein Bücherregal auszumisten. Das wird ein Spaß. Vor allem sind da einige wirkliche Brummer dabei. Soll ich mir wirklich Paradise Lost antun? Bin mir ja nicht wirklich sicher, das wäre ein harter Kampf im Original - und wohl auch in der deutschen Übersetzung.

Samstag, 26. April 2008

Darth Vader in der Kantine

Hin und wieder gibt es auf YouTube echte Highlights, bei denen man sich wegschmeissen kann vor lachen. Und hier kommt so ein kleines Juwel ;)

In den Filmen lernt man den Todesstern (leider?) nur oberflächlich kennen. Doch natürlich arbeiten dort tausende von Menschen. Und wie in jedem großen Unternehmen gibt es eine Betriebskantine. Wie es dort zugeht, tja, das unterscheidet sich im wesentlichen nicht von der Sparkassenkantine nebenan.



Im Original nennt sich das Ganze «Death Star Canteen», eine Nummer des englischen Komikers Eddie Izzard. Da der Name wohl niemanden etwas sagt: er ist ein berühmter Komiker und Schauspieler, zu sehen war er unter anderem in Ocean's Twelve und Ocean's Thirteen. Allerdings muss ich zugeben, dass mir der Name vorher auch nichts sagte.

Und nebenbei noch eine Frage an die allgemeine Beschaffenheit der Welt und ihrer Menschen: warum trifft man immer wieder Leute, die alleine einen Weg oder eine komplette Straße in Beschlag nehmen? Warum können die nicht rechts oder links laufen, warum immer genau in der Mitte, damit ja niemand an ihnen vorbeikommt? -.-

Dienstag, 22. April 2008

Partyspiele!

Durch mein englisches Games-Seminar bin ich tatsächlich in Versuchung geführt, meine Geburtstagsparty zu missbrauchen und allen mit kleinen Spielchen auf die Nerven zu gehen. Das wird ein Spaß, auf jeden Fall für mich ;)

Wer bin ich? Der Klassiker darf natürlich nicht fehlen: den Namen auf dem Zettel zu erraten, der auf der eigenen Stirn klebt. Ein absolutes Muss. Daran führt kein Weg vorbei.

Wer kann am längsten die Luft anhalten?

Wer kann am längsten auf einem Bein stehen?

Der Preis ist heiß! Die Preise irgendwelcher Gegenstände schätzen.

Ich packe meinen Koffer mit... ja, sowas darf auch nicht fehlen.

Natürlich wird in Nebenzimmer auch der Kickertisch stehen. Wenn nichts mehr geht, rettet der wenigstens den Abend. In den nächsten Tagen mal ausführlich Gedanken über weitere Spielchen machen. Dann noch die richtigen Leute einladen und der Abend könnte wirklich was werden. Auf jeden Fall mehr als nur essen und reden, reden und essen... und danach wird mich jeder hassen, weil ich auf diese bescheuerten Ideen gekommen bin ;)

Donnerstag, 17. April 2008

Transkriptionen, Streams und Angeberei

Für mein Gesprächsanalyse-Seminar müssen wir eine Transkription erstellen, d.h. eine Verschriftlichung eines Gesprächs. Witzigerweise hat unser Dozent ein Gespräch aus einer aktuellen Oliver-Geissen-Show ausgewählt. Wir sind selbst dafür zuständig, das Material zu besorgen. Allerdings haben viele keinen Video- oder DVD-Rekorder. Also was machen?

In ritterlicher Manier habe ich meinem Dozenten geschrieben und mich bereit erklärt, jeden mit diesen knapp zwei Minuten Filmmaterial zu versorgen. Denn das sei ja alles so easy. Kein Problem. Mein Plan: ich lade den Stream direkt runter und stelle den geschnitten Teil ins Netz, so dass jeder darauf zugreifen kann. Dadurch hinterlasse ich einen bleibenden Eindruck und alle finden mich toll ;)

Erstens kommt alles anders, und zweitens als man denkt. Mit keinem meiner kleinen Progrämmchen konnte ich den Stream direkt von rtl-now runterladen. Hmm, bissele rumprobiert, hurra, mit dem Real Player gehts! Allerdings speicherte der den File mit einer mir vollkommen unbekannten Endung ab: .ivr. Diesen File konnte ich mir zwar auf dem Real Player abspielen, aber nicht bearbeiten.
Was macht Mann von Welt? Genau, Oliver Geissen laufen lassen und Google um Rat fragen. Viele Downloads später hatte ich diverse Video Converter gefunden und ausprobiert. Versprochen haben sie viel, das Format tatsächlich erkannt hat keiner. Dumm gelaufen. ALso lief im Hintergrund immer noch Oliver Geissen, in einem Format, das ich nicht bearbeiten und umwandeln konnte. Wie großspurig war ich gleich nochmal in meiner Nachricht an den Dozenten? "Alles kein Problem, ich mach das schon." Sehr dumm gelaufen. Hatte ich meinen Mund vielleicht doch zu voll genommen und zu dick aufgetragen? Kündigt sich da etwa eine Blamage an?

Weiter rumgrübeln, nachlesen und rumfragen. Bis dann endlich der Einfall kam, Heureka! Einfach ein anderes Programm benutzen um den Stream runterzuladen, damit ich mich nicht mit dem .ivr Format rumärgern muss. Gesagt getan. Wieder Google angeworfen und diverse Programme ausprobiert. Nur leider scheinen die alle auf Youtube und Konsorten spezialisiert zu sein, bei rtl-now klappte nichts davon.

Was ist immer die letzte Möglichkeit? Richtig, auf dem gulli Board um Hilfe rufen. Mit dem Schritt hätte ich mir viel Zeit ersparen können. Ein paar Minuten später hatte ich das richtige Programm, um die Adresse des Files rauszufinden (URL Snooper). Mit einem weiteren empfohlenen Programm (Stream Down) konnte ich dann bequem und direkt den File runterladen, im leicht verdaulichen wmv Format. Jetzt nur noch den Window Movie Maker anwerfen und die entsprechende Stelle zusammenschneiden. Puuh. Glück gehabt.

Die Lektion des Tages? Nie den Mund zu voll nehmen. Außer man kennt jemanden, den man fragen kann, wenn man selbst nicht mehr weiter weiß. Denn dann kann man so großspurig auftreten, wie man nur möchte!!! ;)

Mittwoch, 16. April 2008

Das Leben an der PH

Was gibt es schöneres als eine erste Vorlesungswoche an der PH? Nichts! Erholt und hoch motiviert geht es wieder los. Hurra!

Dieses Mal hatte ich alle Anmeldefristen eingehalten, sämtliche Regularien und formellen Herausforderungen beachtet. Kurzum - ich hatte alles richtig gemacht. Mein sorgfältig ausgearbeiteter Stundenplan sieht sehr gut aus, keinerlei überflüssige Hohlstunden. Nicht zuviele und vor allem nicht zuwenige Wochenstunden, dazu ein Tagesfachpraktikum - das Semester kann losgehen!

Bekanntlich ist das Leben zwar hart - aber auch unfair. Im Bezug auf die PH sogar chaotisch. Stellenweise sogar verwirrend. Manchmal dermaßen verwirrend, dass am Ende die Leute, welche zuerst dachten alles richtig gemacht zu haben, die Verwirrten sind.

Doch zuerst das Positive. Mein erster Termin im Tagesfachpraktikum in Oberderdingen war unerwartet gut. Klar, in der Ortschaft sagen sich Kuh und Hase gute Nacht und die Bauern bringen die Traktoren heim sobald es dunkel wird. Wahrscheinlich könnte man vom Zentrum der Welt nicht weiter entfernt sein. Aber egal. In einer reinen Frauengruppe bin ich der Hahn im Korb. Allerdings erstmal abwarten, ob das mit sieben Frauen und einer Lehrerin wirklich toll werden wird. Trotz, oder vielleicht gerade wegen, des ländlichen Gebiets ist die Schule topp. Neben einem schnuckelig eleganten Wohngebiet gelegen überrraschte mich die Schule mit einem erstklassigen modernen Erscheinungsbild. Die technische Ausstattung ist auf höchstem Niveau, alles wirkt sehr hell, aufgeräumt und sehr sauber. So stelle ich mir eine Schule vor.
Wir sind in einer siebten Klasse, und entgegen aller Vorurteile sind die Schüler aufmerksam, aufgeweckt und voll motiviert. Kein Vergleich zu der neunten Klasse, die ich davor mitten in Karlsruhe hatte. Am 3.6. werde ich meine erste Stunde halten. Natürlich habe ich mir Grammatik geangelt, meine Stunde wird sich mit Wortarten beschäftigen. Ja, ich habe sadistische Züge in mir entdeckt. Und ich freue mich darauf!!

Ansonsten verliefen Montag und Dienstag problemlos für mich. In einigen Veranstaltungen gab es die obligatorischen Diskussionen, wenn Leute rausgeschmissen bzw. nicht reingelassen wurden. Aber da ich dieses Mal alles richtig gemacht hatte, war es mir relativ egal.

Heute musste ich dann leider mal wieder feststellen, dass man doch immer wieder der Dumme ist, wenn man sich an die Regeln hält. Wenn man sich über StudIP anmeldet, wochenlang auf der Warteliste hochrutscht und schließlich eine Teilnahmebestätigung bekommt, darf man sich freuen. Sollte man denken. Stattdessen erscheint man in diesem Seminar, die Dozentin packt eine fünf Wochen alte Liste aus, die mit der aktuellen auf StudIP nichts mehr zu tun hatte. Auf neuere Listen könne sie nicht zugreifen, da diese durch Systemabstürze und Fehlfunktionen eh nicht mehr zuverlässig seien. WTF?!?!
Lange Rede kurzer Sinn: plötzlich war ich nicht in der Veranstaltung, in der ich ordentlich angemeldet war. Ein paar andere haben sich geschickt hineinargumentiert, da sie weiter vorne saßen und deshalb zuerst zu Wort kamen. Nochmal, WTF?!?
Also sitze ich plötzlich da mit über zwei Stunden Freizeit. Nicht, dass ich extra für diese Veranstaltung aus einer anderen rechtzeitig ausgetreten bin. Denn ich halte mich ja an Regeln. Pfft. Nie wieder.
Statt einem lückenlosen Stundenplan habe ich urplötzlich eine Brunchpause und darf deswegen noch ein weiteres Seminar streichen, nur damit ich diese ominöse Englischveranstaltung zu einem anderen Zeitpunkt einschieben kann. Wenn ich sie nicht in diesem Semester unterbringe, dürfte ich nur ein Jahr darauf warten. Ist ja nix, wie die Dozentin meinte.

Was lernern wir darauf? Wegen einem Seminar, zu dem ich ordentlich angemeldet war, verpasse ich zwei andere. Ironischerweise ist das Seminar, in das ich jetzt noch glücklicherweise reingerutscht bin, in keinster Weise prüfungsrelevant - nach Aussage der Dozentin sogar komplett überflüssig. Sie würde es gerne loswerden, es sei ein Klotz am Bein. Wieso wird es dann überhaupt angeboten? Klar, wir bekommen eine Unterschrift für einen Modulbaustein. Aber wenn der Inhalt mehr oder weniger komplett egal ist?
Manchmal verstehe ich den tieferen Sinn eines Studiums an der PH nicht. Es werden konsequent zu wenige Veranstaltungen angeboten - und jeder weiß es. Warum aber werden Seminare veranstaltet, die inhaltlich zwar interessant, für den weiteren Verlauf des Studiums und die damit verbundenen Prüfungen uninteressant sind?

Samstag, 5. April 2008

Fußball im Internet

Regelmäßig werde ich gefragt: wo schaust du heute Bundesliga / Champions League? Wenn ich dann mit "per Livestream" antworte, bekomme ich als Reaktion meistens nur verdutzte Gesichter. Deshalb hier und heute eine kleine Aufklärung. Was hat es mit diesen Streams im Internet auf sich?

Zuerst das Grundlegende: Streams sind Datenströme im Internet, die jeder kostenlos und legal empfangen und auf einem Player wiedergeben kann. Hier betrachte ich exklusiv Fußballstreams.

Wie wohl jeder weiß, ist sowohl die Bundesliga als auch die Champions League bei uns auf Premiere zu sehen, da sie von der DFL die Rechte erworben haben. Allerdings verkauft die DFL diese Rechte auch ins Ausland. Somit erwerben andere Sender die Möglichkeit, diese Spiele zu übertragen. Neben der obligatorischen Fernsehaustrahlung finden sich auch immer mehr Sender, welche die Spiel im Internet übertragen per Livestream.
Entpsprechend einiger juristischer Aussagen ist Streaming nicht illegal, denn die Sender können mit ihrem erworbenen Material letztendlich machen, was sie wollen. Statements von Premiere oder der DFL zu der Thematik sind mir nicht bekannt.

Um es auf den Punkt zu bringen. Es ist eine Möglichkeit Fußball zu schauen - gratis, ohne irgendwelche anfallenden Kosten, nur mit einem Player, also ohne externe Extrageräte oder Basteleien. Der vorhandene Internetanschluss sollte natürlich zeitgemäß sein. Meines wissens sind die meisten Übertragungen so ausgelegt, dass sie auch gut mit 1000er DSL laufen.

Die Programme, um die Streams wiederzugeben, nennt man Player. Die gängigsten sind im Moment meiner Meinung nach Sopcast, TVU und TVAnts. Es gibt noch dutzende andere, keine Frage. Allerdings ist man mit diesen drei Programmen auf der sicheren Seite und kann fast alles empfangen. Dazu muss man sich nichtmal mit chinesischen Schriftzeichen konfrontiert sehen, wie bei den meisten anderen Playern. Dazu eine weitere Erläuterung: die Streams können je nach Sender mit einem anderen Programm empfangen werden. Deshalb ist man mit ca. drei unterschiedlichen Playern auf der sicheren Seite und findet immer eine Quelle. Sopcast ist mein persönlicher Favorit, gefolgt von TVU.
Übrigens ist der Kommentar natürlich auch in der jeweiligen Landessprache. Deshalb lohnt sich oftmals ein Radiokommentar verbunden mit der Stummschaltung des Streams. Wer einmal eine Auseinandersetzung zweier hitziger chinesischer Kommentatoren erlebt hat, weiß von was ich rede. Im ersten Moment ist es recht spaßig, aber auf Dauer, nun ja. Am liebsten schaue ich Spiele mit englischem Kommentar, denn plötzlich profitiert das Studium vom Hobby.

Der nächste Punkt ist die Verfügbarkeit der Spiele. Global betrachtet ist das Interesse an deutschen Begegnungen recht mau. Die spanische, italienische und vor allem die englische Liga ist deutlich präsenter. Ptraktisch betrachtet heißt das, man wird nie Probleme haben, eine Übertragung von Bayern München zu finden. Wenn ich jetzt allerdings wie heute gerne Bielefeld gegen KSC schauen würde, sieht es eher schlecht bis ganz schlecht aus. Anders ausgedrückt: ausländische Sender übertragen nicht unabdinglich alle Spiele der Bundesliga. Und wieso sollte das chinesische Staatsfernsehen ausgerechnet KSC übertragen, wenn stattdessen Bayern laufen könnte? Mit entsprechender Geduld findet sich letztendlich doch ein Stream, aber über die Qualität darf man sich dann wieder streiten.

Überhaupt ist die Qualität ein strittiges Thema. Um es auf den Punkt zu bringen: der erste Eindruck ist enttäuschend, wenn man nur die Übertragungen aus dem Fernseher kennt und auf der Suche nach einer Alternative zu Premiere ist. Meistens schaue ich nur auf Sendern, in denen ich auf Vollbild schalten kann, um dann gemütlich mit etwas Abstand im Sessel zu entspannen. Allerdings gibt es diese Möglichkeit nicht immer. Wenn ich aber ein Spiel unbedingt live sehen möchte, dann muss es hin und wieder auch mal im kleinen Fenster sein. Was macht man nicht alles, um seinen Verein zu sehen? Das mag jetzt doof klingen, aber man gewöhnt sich mit der Zeit an schlechtere Qualitäten, diverse Ruckler und Aussetzer.
Auf die Art und Weise des Streamings möchte ich noch kurz eingehen. Generell läuft alles etwas zeitversetzt ab, aber immer im erträglichen Rahmen, so dass der Live-Aspekt nicht verschwindet. Es ist zudem vollkommen normal, dass nach dem Starten alles recht ruckeling abläuft, da erst vorgebuffert wird, bis der Player genug darstellen kann. Das ist technisch bedingt und behebt sich nach wenigen Minuten. Letztendlich ist es schwer, ein Stream zu beschreiben. Man sollte es selbst ausprobiert und gesehen haben um herauszufinden, wo die eigenen Grenzen liegen.

In Ordnung, jetzt sind die Grundlagen klar. Nur wo und wie findet man die Ausstrahlungen, was läuft wann auf welchem Sender? Es gibt diverse Unmengen von Seiten, die sich die Arbeit machen, sämtliche Termine hübsch verpackt zu präsentieren. Eine sehr praktische Angelegenheit. Hier sind meine persönlichen Favoriten myp2p.eu und streamcity . Auf beiden finden sich natürlich auch weitere Hinweise, Tipps und Tricks zum gesamten Themengebiet, welches mein kleiner Einsteigercrashkurs nur sehr eingeschränkt wiedergibt.
Eine sehr gute Zusammenstellung und weiteres Lesematerial über Fußball im Internet findet sich hier , inklusive ausführlicher Guides für die unterschiedlichen Streamingprogramme.

Zum Abschluss noch zwei Sachen.
Es ist möglich, über bwin die Bundesliga 100% live und sogar mit Konferenz zu schauen. Allerdings muss man, soweit ich weiß, inzwischen etwas eingezahlt haben, damit die Streams zugänglich werden. Bis vor kurzem war es möglich, ohne dieses aufgeladene Kundenkonto zu schauen. Seit dies nicht mehr geht, habe ich es nicht mehr probiert und weiß nicht, ob sich inzwischen wieder irgendwas verändert hat, bzw ob es wieder neue Tricks gibt.
Zum Thema Premiere. Es ist möglich, Premiere zu empfangen ohne dafür zu bezahlen. Dafür kann ich aber keine Bastelanleitung geben, da ich es nie selbst gemacht habe und es auch nicht plane. Zwar wäre es schön, in dieser Qualität Fußball zu schauen, aber ich werde deswegen nicht aus dem Rahmen der Legalität springen.

Tja, nach soviel Geschreibsel bleibt mir jetzt nur noch die Frage: wo schaue ich später Bielefeld gegen KSC an? Wohl doch im Biergarten um die Ecke.

Freitag, 4. April 2008

Overnext part IV

In den letzten Tagen haben es die Jungs und Mädels von Overnext doch wirklich geschafft, mich ins grübeln kommen zu lassen. Ständig habe ich mir den Kopf zerbrochen, wie mir jemand nachweisen will, dass ich wissentlich eine Willenserklärung für einen Vertrag abgegeben habe. Meine Hirngespinste gingen sogar so weit, dass ich dachte, ein Richter würde sich den Anmeldevorgang anschauen und darüber entscheiden, ob ich es hätte erkennen müssen oder nicht.
Stattdessen bin ich unverhofft über die Seite der Verbraucherzentrale Berlin gestolpert. Dort fand ich folgendes Zitat. Und was soll ich sagen? Jetzt geht es mir sofort deutlich besser.
4. Welche Möglichkeiten habe ich, wenn der Preis zwar sichtbar beim Anmeldeformular genannt wird und ich ihn aber dennoch übersehen habe?

Einige Seitenbetreiber haben die Preisangabe inzwischen in unmittelbare Nähe zum Anmeldeformular gerückt. Dennoch wird dies von den Nutzern vielfach übersehen, weil die Kostenpflicht umständlich in einem längeren Fließtext erläutert wird oder weil auffällige Bilder und großformatige Werbeaussagen von dem deutlich kleiner geschriebenen Preis ablenken.

In diesen Fällen hat der Betroffene zwei Möglichkeiten: zum einen kann er seine Erklärung wegen Irrtums anfechten und zum anderen besteht bei solchen Verträgen grundsätzlich ein Widerrufsrecht.

Hat der Betroffene bei der Anmeldung nicht erkannt, dass diese mit Kosten verbunden ist, kann die entsprechende Erklärung wegen Irrtums angefochten werden. Für das Anfechtungsrecht ist nicht entscheidend, dass der Nutzer seinen Irrtum hätte erkennen können, wenn er sich die Seite nur gründlicher angesehen hätte. Entscheidend ist allein, dass er sich geirrt hat.

Ferner steht Verbrauchern beim Abschluss von Verträgen über das Internet grundsätzlich das Recht zu, den Vertrag innerhalb von zwei Wochen zu widerrufen. Diese Frist gilt aber nur dann, wenn man mit der Vertragsbestätigung (mindestens per E-Mail) eine ausführliche und korrekte Widerrufsbelehrung erhalten hat. Dies ist meist nicht der Fall, so dass dann sogar ein zeitlich unbegrenztes Widerrufsrecht besteht. Häufig wenden die Seitenbetreiber ein, das Widerrufsrecht sei vorzeitig erloschen, da mit der Dienstleistung bereits begonnen wurde. Das ist aber vor allem in den Fällen unzutreffend, wenn die Seite lediglich während der häufig eingeräumten „Testzeit“ genutzt wurde. Da der Vertrag erst danach beginnen soll, kann eine vorherige Nutzung nicht zum Erlöschen des Widerrufsrechts führen. Aber auch nach der Testzeit bewirkt die Nutzung des Angebotes allenfalls, dass die bis dahin angefallenen Gebühren zu zahlen sind – nicht jedoch der komplette Jahresbeitrag.

Mittwoch, 2. April 2008

Fußball und Training - Zwischenbericht

Montag abend habe ich mal bei einem organisierten Freizeitverein vorbeigeschaut und mitgekickt. Im Vergleich zu unserem wochenendlichen Gebolze waren mehr Leute dabei, mit denen man zusammen spielen konnte. Auch war die Laufbereitschaft und das Tempo deutlich höher. Einerseits war es deshalb extrem anstrengend, aber deshalb auch sehr spaßig, da sofort einige Laufwege passten und ein paar ansehliche Spielzüge dabei rausgekommen sind. Das hat mich sehr positiv überrascht und hat mir gefallen. Nächsten Montag schaue ich dort auf jeden Fall wieder vorbei. Vor allem existiert ein größerer Spielerpool, auch ein sehr großer Vorteil. Auf irgendwelche diffusen vier gegen drei Spielchen habe ich wirklich keine Lust mehr. Alles unter acht Leuten fühlt sich so unbefriedigend an, besonders wenn die konditionelle Seite bei den meisten nicht stimmt.
Das leidige Thema Kondition. Oh Hilfe. Mir ist deutlich vor Augen geführt worden, dass der Sprung zu einem Verein noch ein gutes Stück entfernt ist. Konditionell habe ich immer noch sehr vieles aufzuholen - mehr als mir bewusst war. Klar, in einem C- oder B-Klasse Team könnte ich ohne weitere Probleme mitkicken. Aber einfach nur mitkicken ist mir ja nicht genug. Ich will mehr als nur eine gute Aktion hinlegen können, ohne mich danach fünf Minuten lang ausruhen zu müssen. Wer Tore schießen und Vorlagen geben will muss mehr leider mehr machen, als nur rumzustehen und zu warten. Leider.

Deshalb muss ich mir über mein Trainig Gedanken machen.Vor allem audauertechnisch muss ich umdenken. Zwei oder drei Mal Joggen die Woche reicht nicht aus, da es nicht die Belastung vom Fußball spielen wiedergibt. Und der Trainingeffekt eines sonntäglichen Spaßkicks fast ohne Bewegung tendiert eh Richtung Null. Dementsprechend sollte und werde ich nur noch eine lange Laufeinheit die Woche machen. Mit meiner zweiten Einheit werde ich mehr in Richtung Steigerungsläufe und kurze, dafür schnelle Wege gehen. An Sprints traue ich mich noch nicht ran. Aber eine Einheut bestehend aus Ausdauerlauf und unterschiedlichen Steigerungsläufen sollte der richtige Weg sein. Genauere Details werde ich erst nachlesen müssen, doch in diese Richtung wird es gehen.
Am liebsten wäre es mir natürlich, alles mit Ball zu machen. Nur habe ich keine Ahnung, wie das alleine umzusetzen ist. Mit einem Partner wäre es soviel einfacher und erträglicher. Aber jedes Mal nach jemandem suchen der mitmacht, scheint mir keine befriedigende Lösung zu sein.

Mein persönliches Fazit was Fußball angeht: ohne Kondition gehts einfach nicht weiter. Von daher ist es einfach der wichtigste Bereich, in dem ich mich verbessern muss.

Etwas positives: der Muskelaufbau geht erstaunlich gut voran, das hatte ich nicht erwartet. Aber dann wieder, wenn nix vorhanden ist, lässt sich natürlich schnell etwas aufbauen.
Im täglichen Wechsel mache ich abwechselnd Bauch/Rücken und Oberkörper/Arme Übungen. Jede dieser Übungen besteht aus zwei mal zwölf Wiederholungen, die ich sehr langsam und bedacht ausführe. Das ist soviel anstrengeder als schnelles Dahingehuddele, ich habe es vorher ja nicht glauben wollen. Doch diese täglichen 15 Minuten fühlen sich deutlich effektiver an als alles, was ich bis jetzt ausprobiert hatte. So betrachtet bin ich zufrieden mit mir. Obwohl natürlich noch ein langer Weg vor mir liegt. Trotzdem - die ersten Schritte sind gemacht.

Meine Ernährung wird auch immer vorbildlicher. Wobei ich mich stellenweise frage, ob ich nicht zu wenig zu mir nehme. Im Vergleich zu der WeightWatchers-Flexpoint Aktion letztes Jahr kommen mir die Mahlzeiten und die Einteilung zwar deutlich bewusster vor. Allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass ich zu wenig esse. Hoffentlich rächt sich das nicht in absehbarer Zeit. Zuviel Sport und zuwenig essen sind nicht die beste Kombination. Darauf muss ich sehr genau achten. Aber abnehmen macht einfach zuviel Spaß im Moment. Übrigens ist mir aufgefallen, je mehr Sport ich mache, umso weniger Lust auf Süßigkeiten habe ich. Aus Langeweile esse ich noch hin und wieder Salzstangen wenn ich bequem auf der Couch liege, aber alles andere ist komplett weggefallen. Ein Erfolg für die Ernährung und das Abnehmen.
Der einzige Punkt, mit dem ich immer noch nicht zufrieden bin, ist das Trinken. Mit einem Trick habe ich versucht, mehr Wasser zu mir zu nehmen. Mit jeder Flasche Pepsi Light auch eine Flasche Wasser trinken, das war mein Plan. Allerdings bleibt das Wasser regelmäßig unberührt. Es schmeckt einfach soviel langweiliger, das ist nicht mehr feierlich. Mal weiterhin verschiedene Marken ausprobieren, vielleicht finde ich doch noch eine, die mir zusagt. Aber wahrscheinlich ist es genau die gleiche Gewohnheitsfrage, wie mit allem anderen auch. Einfach mal nicht Pepsi Light einkaufen und nur Wasser, nach zwei bis drei Tagen Entzug sollte sich die Umstellung von alleine ergeben. Nur wie halte ich mich davon ab, einfach loszulaufen um Nachschub zu holen? Wieso habe ich mich nur so an dieses teuflische schwarze Gesöff gewöhnt?!
Obwohl... wenn ich zurückdenke, lief der Wechsel von MezzoMix auf die Light Variante auch nicht anders ab. Am Anfang schmeckte es furchtbar grausam und langweilig. Nach einer Weile bemerkte ich keinen Unterschied mehr. Wird mit Wasser genauso funktionieren. Fehlt nur noch die Disziplin, um diesen Schritt auch wirklich in die Tat umzusetzen. Nur ein paar Tage Abstinenz...

Übrigens habe ich mir ein Springseil gekauft. Daran werde ich mich wohl morgen wagen. Mit beiden Beinen sollte es gut klappen, mal schauen auf wieviel Wiederholungen ich auf Anhieb komme. Bedenken habe ich allerdings, was das einbeinige Springen angeht. Seit den Operationen kann ich nichtmal auf dem rechten Fußballen stehen, geschweige denn Springen. Vielleicht sollte ich diese Übung einfach weglassen. Oder besser: erstmal die alten Rehaübungen wieder ausprobieren. Vielleicht hat sich durch das viele Laufen wieder eine Grundlage gebildet, so dass ich wieder ohne Hilfe auf dem rechten Bein stehen kann, bzw vielleicht sogar auf dem Fußballen?

Montag, 31. März 2008

Overnext Part III

So langsam weiß ich wirklich nicht mehr, was ich denken soll.

Allem Anschein nach liest der Feind in diversen Foren mit. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ich erst eine Antwort auf meine formelle Mail bekommen habe, nachdem ich mich in einem Forum darüber ausgelassen hatte. Anzumerken sei dabei noch, dass sich deren Antwort auf ein Ticket bezog, welches ich nie bekommen hatte. Zwischen den Zeilen scheine ich zu erkennen, dass sie zuerst nicht auf meine Mail reagieren wollten, es dann aber doch taten. Dass ich dazwischen aber weder eine Information noch eine Bestätigung erhalten hatte, finde ich doch etwas sehr dubios. Aber passt zum Auftreten dieses Unternehmens.

Dazu passend eine interessante Stelle aus diesem Antwortschreiben:
Sie brauchen es wirklich nicht mehr zu versuchen mit uns darüber rumzudiskutieren - wenn Sie freundlich nach Kulanz gefragt hätten wäre das etwas anderes, beispieslweise wenn es einen besonderen Umstand gab warum Sie nicht rechtzeitig gekündigt haben, aber so eskaliert der Inkassofall am 31.03.08 10:53 Uhr geht zum Anwalt, 10 Tage später Mahnbescheid, 4 Wochen später Vollstreckungsbescheid, 8 Wochen später Klageschrift, und ca. 12 Wochenspäter Versäumnisurteil oder Verhandlung - dann können Sie alles gerne noch einmal mit Ihrem Anwalt dem Gericht einreichen. Das Häkchen für den Klageweg nach erfolglosem Anwaltsinkasso habe ich jedenfalls schon gesetzt.
Eine kurze Rückblende. In naiver Voraussetzung hatte ich geglaubt, was mir in einer Werbemail von Overnext mitgeteilt wurde. Deswegen habe ich mich leider für einen kostenlosen Probeaccount angemeldet. Weder in der Werbung noch in den folgenden Bestätigungsmails war irgendetwas zu lesen von automatischen Verlängerungen oder irgendwelchen anfallenden Kosten.
Witzigerweise konnte ich mich nach meinem Reinschnuppern nicht mal direkt auf der Seite abmelden. So etwas wie einen Knopf zum Abmelden gibt es schlicht und einfach nicht. Darauf wurde auch in keiner Mail eingegangen.

Am 26.3. um 12:38 lief dieser Probeaccount aus, um 12:40 hatte ich die Rechnung in der Mailbox. Entdeckt habe ich dies dann am Abend, knapp vier Stunden später, woraufhin ich mich mit der Hotline und Support in Verbindung setzte und unter anderem auch nach einer kulanten Lösungsmöglichkeit fragte. Diese wurde aber abgetan, da die Buchung ja bereits erfolgte. Klar, wie hätte ich zwischen 12:38 und 12:40 auch nachfragen sollen. Oder anders gesagt, ich hätte entsprechend der Vorstellung von Overnext zwei Minuten Zeit gehabt, um nach Kulanz zu fragen? Wenn ich von diesen ominösen 120 Sekunden absehe bleibt immer noch der nette Verweis, ich hätte nach Kulanz fragen sollen, obwohl ich das gemacht habe! Ein weiterer dieser WTF-Effekte.

Auf die netten Drohungen gehe ich nicht ein, da dies doch für sich spricht. Einzig die arrogante Bemerkung, dass es zu einem Versäumnisurteil kommen werden, möchte ich ein wenig ins Rampenlicht rücken. Ansonsten hätte ich diesen Abschnitt wegen offesichtlicher Rechschreib- und Orthographiefehler als einen schlechten Witz abgetan. Leider ist es aber real.

Bis zum Erhalt dieser Mail war ich mir 100% sicher, dass ich im Rahmen der Anmeldung, in der Werbemail davor und den Mails danach nichts von irgendwelchen zusätzlich entstehenden Kosten gelesen und wahrgenommen habe. Der Mitarbeiter an der Hotline sagte mir sogar wortwörtlich: wir müssen sie nicht auf die Folgen einer automatischen Verlängerung aufmerksam machen, dafür sind sie selbst zuständig.

Entsprechend des mitgelieferten Links in der letzten Mail wunderte ich mich plötzlich und kam ins Stutzen. Wenn es nach diesem Screenshot geht, wurde ich darauf aufmerksam gemacht. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, sowas gelesen zu haben. Dient das nur der allgemeinen Verunsicherung oder war ich wirklich so blind? Bei der Anmeldung hatte ich extra auf solche Sachen geachtet, da ich mich nicht über den Tisch ziehen lassen wollte - entsprechend der vielen Usenet-Geschichte, die ich bereits gehört hatte. Und jetzt wird mir dieser Screenshot gezeigt.

Muss ich mir jetzt doch Sorgen machen? Ich hatte nie die Absicht, mich vertraglich an dieses Unternehmen zu binden. Hätte ich irgendwo gelesen, dass es nach Ablauf sofort zu einer Zahlung von 96€ kommt, hätte ich mir keinen Testaccount eingerichtet. Und jetzt wird mir quasi schwarz auf weiß präsentiert: ja, du hast davon gelesen. Ätsch, du bist zu doof und reingefallen. Gehen sie ruhig über Los, aber ihr Geld bekommen wir.

Hier der Screenshot, quasi in Worten wiedergegeben:
Ihr Testzugang ist 14 Tage lang bis zum 26.03.2008 12:38 Uhr kostenlos.
Möchten Sie den Zugang danach nicht weiter nutzen müssen Sie bis zu diesem
Zeitpunkt den Zugang per E-Mail abmelden/kündigen: Schreiben Sie an
abmelden[at]de.overnext.c*m - Sie erhalten innerhalb weniger Minuten eine
automatische Empfangsbestätigung, die Kündigung wird dann innerhalb weniger
Stunden vollzogen. Zu Ihrer Sicherheit findet keine automatische Verlängerung statt wenn das Download-Volumen verbraucht ist.

Wenn Sie während der Testphase ein Paket kaufen wird der Testzugang in den
neuen Tarif umgestuft. Sollten Sie kein anderes Paket kaufen und nicht
kündigen genießen Sie die Vorzüge des Testzugangs weiter und zwar für den
Preis von nur 7,95 EUR pro Monat ein Jahr lang mit einem monatlichen
Download-Volumen von jeweils 15 Gigabyte. Sie können jedoch jederzeit auch in einen anderen Tarif wechseln oder vorzeitig kündigen.

Tja. Der Preis ist in einem Fließtext versteckt, der aus mehreren Sätzen besteht. Im Gegensatz zu einigen unwichtigen Textpassagen ist der Preis und der Hinweis auf die Verlängerung nach Ablauf der Frist nicht hervorgehoben. Es gibt verschiedene Gerichtsurteile, nach denen dies nicht zulässig sei. Allerdings bräuchte ich wohl die Hilfe eines Anwalts, um hier tiefer in die Thematik einzudringen. Prinzip Hoffnung? Oder doch nur der Strohhalm?

Auf dem gulli:board bin ich noch über eine andere Sache gestolpert, bzw über vier Punkte, die relevant sein könnten, auch wenn man sich bereits irgendwo angemeldet hat. Dementsprechend würde es immer noch keinen Grund geben, irgendetwas zu zahlen.
1. Bedeutet eine Bestätigung nicht automatisch, dass man die versteckten Kosten gefunden hat.
2. greift noch der Aspekt "Sittenwidrigkeit wegen Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung".
3. wird man nicht ausreichend über seine Rechte und auch über die Kosten aufgeklärt. Von daher keine Panik, wenn ihr eine Kündigung geschrieben habt.
4. Man kann die Zahlungsaufforderung wegen Irrtums anfechten (BGB §119)
Durch diese kleine Auflistung kommt wieder Hoffnung auf, obwohl ich als juristischer Laie im Moment nach jedem Strohhalm greifen werde, ob berechtig oder nicht. Zum Glück gibt es zu diesen vier Punkten aber auch die professionelle Meinung von Verbraucherschutzjurist Ronny Jahn:
Sollte dies der Fall sein, bleibt noch immer die Anfechtung nach § 119 Abs. 1 BGB wegen eines Irrtums. Wenn man davon ausgeht, dass objektiv mit der Anmeldung eine Vertragserklärung für ein kostenpflichtige Angebot abgegeben, der Nutzer dies jedoch nicht wollte, so kann er seine Erklärung wegen dieses Irrtums anfechten. Dies muss allerdings unverzüglich nach nach Kenntnisnahme vom Anfechtungsgrund erfolgen. Entscheidend ist hierbei der Moment man erfährt, dass mit der Anmeldung gleichzeitig ein kostenpflichtiger Vertrag abgeschlossen wurde.

Mangels Schutzbedürfnis haben die Seitenbetreiber in aller Regel auch keinen Schadensersatzanspruch nach § 122 BGB, da sie häufig den Irrtum veranlasst haben. Sie nehmen bewusst in Kauf, dass potentielle Kunden die möglichen Kosten übersehen. Hierfür spricht oft auch die Tatsache, dass die Zahlungsaufforderung erst nach der vermeintlichen Widerspruchsfrist verschickt wird und vorher ein entsprechender Hinweis per E-Mail nicht erfolgt.
Wie geht es jetzt weiter? Gute Frage. Kopf in den Sand stecken ist nicht erlaubt. Vielmehr sollte ich mich mit dem Verbraucherschutz in Verbindung setzen. Das könnte und sollte eine hilfreiche Alternative zum Einzelkämpferlehrgang sein.

To be continued...

Freitag, 28. März 2008

Overnext Part II

Erstaunlicherweise habe ich keinerlei Antwort und Reaktion auf meine formelle Mail vom Support bekommen. Natürlich sollte mich das nicht verwundern, da ich bedingt durch die zweifelhafte Seriösität von Overnext mit nichts anderem gerechnet hatte.

Wie erwartet hingegen haben sie direkt einen Tag nach der Rechnungserstellung versucht, das Geld vom Konto abzubuchen. Leider ein erfolgloses Unterfangen, woraufhin aber prompt eine neue Mail in meinem Briefkasten landete.

Bevor ich mir jetzt aber den Mund verbrenne, lese ich lieber ausführlich über die einzelnen Punkte nach, die mir spanisch erscheinen. Trotzdem hier Auszüge aus besagter Mail:

Diese E-Mail wird Ihnen täglich, bis 3 Tage seit der ersten Mitteilung verstrichen sind, an Sie versendet. 3 Tage verbleibend.

----------------------------------------------------------------------

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit dieser E-Mail möchten wir Sie darüber in Kenntnis setzen, dass ein oder mehrere Lastschriften von Ihrem angegebenen Konto fehlgeschlagen sind. Sie befinden sich ab dem Tag der durch die Bank ermittelten Rückbelastung mit Ihrer Zahlung in Verzug. Sie können den offenen Betrag innerhalb der oben festgesetzten Frist in Ihrem Kundenkonto über weitere Zahlungsmöglichkeiten wie PayPal, der paysafecard, Online-Überweisung oder Kreditkarte ausgleichen.
Nachdem die Frist abgelaufen ist wird Ihr Fall automatisiert unserem externen Inkassodienstleister übergeben - wir machen Sie hiermit darauf aufmerksam, dass die Beauftragung des externen Dienstleisters unmittelbar nach der angegebenen Frist erfolgt und Sie danach zur Entrichtung weiterer gesetzlich vorgeschriebener Gebühren verpflichtet sind. Sollten Sie bereits bzgl. einer Fristverlängerung mit unserer Kundenbetreuung in Kontakt sein wird diese Frist automatisch verlängert - andernfalls bitten wir um umgehende Benachrichtigung falls Sie den offenen Betrag nicht innerhalb der festgesetzten Frist begleichen können.

Sixpack?

Nein, ich bin nicht auf die tolle Idee gekommen, mir in sechs Wochen ein Sixpack anzutrainieren. Kann mir auch nicht wirklich vorstellen, wie das mit meiner Fettschicht aufm Bauch möglich sein sollte. Muskeln antrainieren ja, gerne. Aber bis die auch zu sehen sind? Dementsprechend geht es eh erstmal weiterhin in erster Linie ums Abnehmen. Was danach kommt...

Auch wenn ich den direkten Vorsatz des Sixpacks nicht habe, so bin ich doch eifrig am Lesen und recherchieren über das Thema. Und dabei ist mir einiges aufgefallen.
Klar ist, dass ich nicht irgendwelche Mittelchen benutzen will um abzunehmen, genausowenig werde ich mich zu Tode hungern. Irgendwelche ungesunden FDH- und sonstige Diäten habe ich bereits ausprobiert. Da diese aber immer nur in chronischer schlechter Laune endeten, bleibe ich definitiv bei meiner sportlichen Methode: mehr Kalorien zu verbrauchen, als ich zu mir nehme. Das mag nicht die schnellste Methode sein, aber ich fühle mich wohl dabei. Natürlich beinhaltet das Geheimnis vom sagenumwobenen Waschbrettbauch mehr, als nur das obligatorische Fett weg.

Offensichtlich hatte ich bis jetzt eine falsche Vorstellung von richtigem Bauchmuskeltraining. Mehr ist anscheinend doch nicht immer mehr. Vor allem nicht, wenn es um Muskeln geht. Also erstmal weg mit dem Gedanken 5x 50 Crunches jeden Tag machen zu wollen. Wäre wohl eh zu anstrengend ;)

Was ich gelernt habe: der Muskel wächst nicht durch das Training, sondern danach im Schlaf, während er sich ausruht. Diese Ruhezeit sollte übrigens 48 Stunden betragen. Die Muskeln bekommen durch das Training einen Reiz zum Wachsen. Dieser Reiz stellt sich bereits bei 12 bis fünfzehn Wiederholungen ein. Mehr ist nicht nötig. Bei einer zu langen Belastung kann es z.B. vorkommen, dass der Bauch schon lange nicht mehr mitmacht und überlastet ist, die Arbeit aber von Hüften und Beinen und dem dazugehörigen Schwung übernommen wird. Damit ist der eigentliche Sinn des Bauchmuskeltrainings natürlich nicht mehr erfüllt. Sätze sollte man je nach Trainingsstand zwei bis drei machen, auf keinen Fall fünf oder mehr. Insgesamt scheinen zwei bis dreimal die Woche Bauchmuskeltraining passend zu sein. Oder andersrum gedacht: wenn ich ihn jeden Tag trainiere, wann hätte der Bauch, äh, die Muskeln Zeit zu wachsen?

Aber weiter im Text. Jede Übung sollte möglichst langsam und konzentriert ausgeführt werden. Da es um die Bauchmuskeln geht, muss der Fokus auch auf diesen legen. D.h. nicht die Helfer Schwung/Hüfte/Beine mitarbeiten lassen. Die Atmung sollte dieses Vorgehen unterstützen, ebenfalls langsam und kontrolliert sein - kein Luftanhalten und ähnliches.

Ok, jetzt weiß ich etwas über die Hintergründe und die Art und Weise. Aber welche der vielen Bauchmuskelübungen taugen denn jetzt etwas für mich?
Herausgefunden habe ich, dass Übungen wie liegendes Bein- und/oder Hüftheben effektiver sind, da sie den Bauch intensiver reizen als die klassischen Crunches, die jeder kennt. Aber warum bitte sehe ich dann die Leute im Fernsehen immer nur Crunches machen? Zu lesen ist auch fast überall: Crunches - die Königin der Bauchübungen!

Als angehender Lehrer scheinen mir hier gewisse pädagogische Gründe mitzuspielen. Durch diese klassischen Crunches trainiert man die kleinen Abschnitte ganz oben am Bauch, die dementsprechend als erstes zu sehen sind. Quasi bietet diese Übung den direkten Einstieg hin zum schnellen Erfolgserlebnis. Und was motiviert am besten? Klar, der Erfolg. Damit lassen sich die Leute bei der Stange halten und machen weiter. Typisches Lehrerdenken ;)
Wenn ich einige medizinische Texte richtig verstanden habe, sind die klassischen Crunches sehr rückenschonend und gelten dementsprechend als gesund. Wohl auch ein Punkt, der für die Beliebtheit spricht.


Mein persönliches Fazit (bis jetzt) zum Thema Bauchmuskeln:
Zehn Minuten effektives Training reichen, zuviel ist nicht fördernd, auf die Muskeln konzentrieren. Drei verschiedene Übungen à maximal 20 Wiederholungen bei zwei bis drei Sätzen, zwei bis drei Mal die Woche. Dabei auf saubere Ausführung und Technik achten.
Weiter abnehmen. Aber bevor ich kein Sixpack habe, brauche ich keinen Gedanken daran verschwenden, dieses mit mehr Wiederholungen auszudefinieren ;)

Donnerstag, 27. März 2008

Motivation fürs Abnehmen?

In den letzten Jahren habe ich immer mal wieder mit Laufen angefangen.

Warum? Abnehmen, fitter werden, gute Vorsätze... die ganze Palette. Gebracht hat es aber nie wirklich etwas. Klar, vor meiner Hochzeit habe ich 15 Kilo abgenommen, und Joggen war ein nicht unwesentlicher Bestandteil. Allerdings habe ich es sofort wieder bleiben lassen, nachdem mein Ziel erreicht war (einigermaßen gut aussehen bei der Hochzeit). Die Pfunde sind daraufhin natürlich zurückgekehrt, auf magische Art und Weise. Oder sollte ich es die "Versuchung der Süßigkeiten" nennen? Wie dem auch sei, regelmäßiges Laufen habe ich nie länger durchgezogen als vier bis acht Wochen. Irgendwann siegte immer der Schweinehund und die Faulheit.

Im Januar kam dann eine Verabredung zum Bolzen. Damit ich nicht wie der erste Mensch hechelnd über den Platz stolpere, dachte ich mir: geh vorher laufen, damit du dich nicht total blamierst. Also habe ich mich überwunden und bin gut gegen das winterliche Wetter gerüstet in den Wald - mit einem stolzen Gefühl! Allerdings kam das Schwitzen in erster Linie von zu dicker Kleidung, an der Bewegung konnte es nicht gelegen haben. Wenn ich mich richtig erinnere, schaffte ich fast drei Minuten am Stück (oder doch nur zwei?), bevor ich eine eine Minute Pause brauchte (oder zwei?). Über zwanzig Minuten habe ich insgesamt durchgehalten. Sehr beeindruckend, nicht wahr?
Zwei Tage später schleppte ich mich wie ein Toter über den Fußballplatz und bin mehrere Male über den Ball gestolpert. Mir tat noch alles weh vom Laufen. Es ging einfach nix, noch weniger als nichts. Durchgängigster Gedanke: bin eben doch ein geborener Standfußballer, der auf die Couch gehört.

Jetzt würde ich gerne sagen, das war der Auslöser. Allerdings stimmt das nicht so wirklich, vielmehr ist das nur eine Wahrheit unter vielen. Mir war klar, ich wollte nicht wieder wie der letzte Trottel über den Ball stolpern, das war kein erträglicher Zustand. Aber auf die Schnelle ändern? Das klappt doch eh nicht. Was also machen? Ohne Zeit dafür aufzuwenden oder mich anzustrengen? Geht das überhaupt? Ja, ich bin ein hoffnungslos fauler Kerl. Aber von nix kommt nix! Grummel. Doofes Prinzip.

Zufälligerweise hörte ich mit WoW auf, mal wieder. Eigentlich war es kein Zufall, sondern vielmehr der langsame Abschied auf Raten, der endlich eingetreten war. Sagen wir einfach es war die finale Einsicht. Aber darum geht es hier nicht. Plötzlich hatte ich Zeit. Sehr viel Zeit. Zu viel Zeit.

Bestimmt kennt jeder das Gefühl, total ausgehungert zu sein. Die Gier nach Essen treibt einem plötzlich in längst vergessene (oder verdrängte?) Situationen.
So ging es mir. Ich interessierte mich wieder für meine Umwelt und begann alles aufzusaugen, was um mich herum passierte. Mit Freunden treffen, reden, Beziehungen pflegen, alles was anstand. Sogar lernen, auch wenn das hätte mehr sein können. Von nichts habe ich genug bekommen. Zu Hause fiel mir regelmäßig die Decke auf den Kopf. Erstaunlicherweise bin ich sogar wieder gerne regelmäßig und zuverlässig in die PH und habe das Wissen aufgesaugt wie ein Schwamm in der Hoffnung, dass es sich recht schnell in Bildung umwandeln wird. Mein Hirn dürstete es nach Bildung und hochtrabenden Gesprächen, nicht mehr nach belanglosem inhaltsarmen Internettalk. Meine ersten eigenen Stunden in der Schule waren ein Geschenk zum richtigen Zeitpunkt, auch wenn da nicht alles immer nach Plan verlief.
Was ich damit sagen und verdeutlichen will: ich fühlte mich wieder lebending. Aber unzufrieden mit mir und meinem Körper. So deutlich hatte ich die Jahre davor nicht in mich hineingehört. Mein Tagesablauf drehte sich ab sofort nur um rauskommen und Bewegung. Wenn möglich kombiniert, Sport an der frischen Luft.

In dieser Anfangsphase habe ich es dann maßlos übertrieben. Jeden Tag wollte ich etwas machen: Laufen, Fahrrad fahren, Fußball spielen, Kraftübungen, einfach alles. Abwechslung muss ja schließlich sein! Regeneration? Für was? Habe mich doch jahrelang ausgeruht.
Selbstverständlich meldete sich mein Körper recht schnell. Knapp zwei Wochen Dauerbelastung nach jahrelangem faulen Rumsitzen ist diplomatisch ausgedrückt eher der Hardcore-Einstieg. Erstaunlicherweise habe ich es aber durchgehalten. Mit einem Willen, den ich schon vergessen hatte, habe ich mich immer wieder überwunden.
Ein Tag bleibt mir dabei ganz fest im Gedächtnis: noch nie hatte ich es geschafft, mit dem Fahrrad am Stück einen ganz bestimmten Berg zu einer ganz bestimmten Quelle hochzufahren. Auch in besserer Form hatte es nie geklappt, da ich aus Bequemlichkeit vorzeitig umgedreht oder eine Pause eingelegt hatte. Aber an diesem Tag bin ich gemütlich losgefahren, ohne festes Ziel. Als ich dann mehr aus Jux den Weg eingeschlagen habe und es leicht bergauf ging, habe ich mir gesagt: da fahre ich jetzt hoch. Und es hat tatsächlich funktioniert! Ohne viel nachzudenken, lamentieren oder Selbstmitleid habe ich mich überwunden. Danach fühlte ich mich so gut wie seit einem gefühlten Leben nicht mehr. Die Belohnung verlange auch ihren Preis: ich war so am Ende, dass ich quasi zwei Tage lang durchgeschlafen habe.

Nach knapp zwei Wochen hatte ich diesen einen Punkt überwunden, an dem ich zuvor jahrelang geknabbert hatte, der mir immer wieder zum Verhängnis wurde. Der Punkt, an dem der innere Schweinehund immer und immer wieder gewonnen hatte. Die Sau, äh, der Hund.

Mit der Einsicht, dass Ruhetage und Regeneration doch wichtig sind, ging es weiter. Das Laufen funktionierte von Mal zu Mal besser, da sich ein spürbarer Erfolg einstellte. Längere Zeiten wurden erträglich und machbar, das Tempo steigerte sich in den einzelnen Intervallen. Durch das erfolgreiche Gefühl enstand eine Art motivierender Selbstläufer. Wenn es an einem Tag mal nicht gut lief, egal, dann ging es ein bissele langsamer voran und das nächste Mal wieder schneller. Und wenn ich mal nicht die angepeilte Zeit durchgehalten habe, war mir das auch egal. Hauptsache ich hatte das Gefühl, etwas gemacht zu haben.
Nach knapp sechs Wochen konnte ich locker 30 Minuten durchlaufen, ohne danach ein Sauerstoffzelt zu brauchen. Dieses Ziel hatte ich mir davor jahrelang immer wieder gesetzt und nie erreicht. 30 Minuten am Stück laufen. Und jetzt hatte ich es einfach so nebenbei geschafft, ohne detailierte und ausführliche Planungen. Allerdings hielt und halte ich mich nicht mit dem Erreichen dieses Ziels auf. Vielmehr hatte sich schon seit längerem ein neuer Wunsch herausgebildet: wieder Fußball spielen.
Damit ich es mir aber zutraue, bei einem Verein im Training vorbeizuschauen, will ich vorher sicherstellen, dass ich dort meinen eigenen Ansprüchen gerecht werde. In anderen Worten, ich will mit ausreichend Grundausdauer und Ballgefühl ausgerüstet dort auftauchen. Dafür arbeite ich jetzt. Auf keinen Fall werde ich irgendwohin gehen, um als letzter hinterherzurennen oder keinen klaren geraden Ball spielen zu können. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg...

Nebenbei achte ich zusätzlich wieder verstärkt auf meine Ernährung und muss sagen, abnehmen funktioniert auch ohne Punkte zählen und 60%-Überwindungsläufen. Süßigkeiten sind fast komplett unter den Tisch gefallen und der Obstkonsum nimmt überhand - was ich deutlich an meinem Stoffwechsel feststellen kann. Fertiggerichte sind inzwischen die große Ausnahme, vielmehr ist wieder Kochen angesagt. Selbst kochen und experimentierfreudig sein macht Spaß, auch etwas, das ich lange verdrängt hatte.
Trotz des dekadenten und verschlemmten Osterwochenendes im Kreise der Familie sind die Pfunde gepurzelt. Zuerst war ich erstaunt darüber, jetzt ist es ein weiterer Ansporn. Der eingeschlagene Weg und die Art und Weise wie ich ihn entlangjogge scheinen zu stimmen.
Jetzt sollte ich es nur noch schaffen, mein Trinken umzustellen weg von Pepsi Light hin zu Wasser. Aber das wäre wohl schon fast zu perfekt.

Was hat also letztendlich den Ausschlag gegeben? Zuviel Zeit, der Wunsch nach Beschäftigung, die Einsicht wie wichtig Sport ist und der Wunsch wieder zu leben. Wer braucht von außen auferlegte Motivationsspritzen, wenn man es selbst in der Hand hat sich besser zu fühlen?