Sonntag, 4. Mai 2008

Was macht die Fitness?

Nach meiner unfreiwilligen knapp zwei wöchigen Zwangspause hat es diese Woche endlich wieder mit Sport geklappt. Was ich mir zuerst nicht eingestehen wollte, so eine Oberschenkel-Zerrung ist eine sehr hinterhältige Sache. Nach ein paar Tagen fühlten sich normale Bewegungen wieder rund und flüssig an. Allerdings traute ich mich trotzdem nicht, auch nur einen schnellen Schritt oder eine ruckhaftige Bewegung zu machen. Zu groß war die Angst, die Wartezeit unnötig zu verlängern.

Diese sportfreie Zeit war eine träge Angelegenheit. Nur rumsitzen und nichts machen ist auf Dauer zu langweilig und nicht sehr erbaulich. Inzwischen auf jeden Fall. Vor drei oder vier Monaten war das normaler Alltag. Diese Zeit ist zum Glück vorbei.
Meinem Körper scheint die Pause hingegen sehr gut getan zu haben. Vollkommen regeneriert und motiviert bin ich diese Woche das Laufen wieder angegangen, ohne Ziele und Vorgaben. Beim ersten Mal war ich noch etwas vorsichtig. Nach 45 Minuten gediegenen Tempos war ich wieder zu Hause, hatte aber das Gefühl: da geht noch was. Gesagt getan, beim zweiten Mal bin ich so lange und so weit gelaufen wie noch nie zuvor. Fast eine Stunde war ich unterwegs! Hurra! Was war ich stolz auf mich. Natürlich war ich danach ein Tag lang komplett am Ende. Aber die Strecke, die Zeit und mein Tempo - so gut gefühlt hatte ich mich seit Jahren nicht mehr :)
Am Samstag war ich zudem das erste Mal wieder kicken. Nach dem Erfolgserlebnis im Laufen war ich außergewöhnlich motiviert und erwartete wohl wundersame Traumaktionen von mir. Diese stellen sich, wen wunderts, natürlich nicht ein. Träume sind manchmal eben doch Schäume. Vielmehr hat sich mal wieder gezeigt, dass Laufen und Fußball spielen zwei vollkommen unterschiedliche Ausdauergrundlagen erfordern. Was habe ich davon, wenn ich eine Stunde durchlaufen kann, dafür aber nach zwei Antritten erstmal sehr tief und kräftig durchschnaufen muss? An diesem Punkt werde ich verstärkt arbeiten. Lieber nur eine halbe Stunde laufen, dafür noch Steigerungsläufe anhängen.
Morgen, Montag, gehe ich wieder kicken. Hoffentlich bin ich nicht noch zu fertig von gestern, das wäre nicht sehr produktiv. Für Mittwoch ist das nächste Mal kicken angedacht. Hoffentlich übernehme ich mich da nicht zu sehr. Freitag komme ich dann wohl erst wieder zum Laufen, mal schauen wie es bis dahin aussieht.

Mein Gewicht hat sich in der sportfreien Zeit konstant gehalten, es gab weder einen Ausschlag nach oben oder unten. Auch wenn ich eher ungerne auf die Waage stehe und mich lieber auf den Spiegel verlasse, nach einer knappen Woche Sport zeigten sich sofort wieder Ergebnisse - im positiven Sinne, ein Kilo weniger. Damit stoße ich inzwischen in Bereiche vor, von denen ich dachte, sie seien für immer außer Reichweite.
Als direkter Vergleich: vorm Standesamt hatte ich mir mit Hilfe von WW und ohne Sport ca. 20 Kilo runtergehungert. Am Ende stand die Waage bei 85,5 und es ging mir nicht wirklich gut. Nur allzuverständlich hatte ich schnell wieder zehn Kilo mehr.
Mit einer gesunden Mischung aus Sport und einer bewussteren Ernährung, ohne Punkte zählen oder sonstigen Schnickschnack, bin ich inzwischen bei 83,5 angelangt. Der Unterschied zu letztem Jahr? Es geht mir gut! Ich fühle mich immer frischer und lebendiger. Zudem ist ein Ende noch nicht in Sicht. Oder um es mit James Browns Worten zu sagen: I feel good ;)

Freitag, 2. Mai 2008

Guitar Hero!!!

Vor ein paar Tagen bin ich auf dem Heimweg zufälligerweise einem alten Bekannten vors Fahrrad gestolpert. Zu meinem größten Erstaunen musste ich feststellen, dass er eine Gitarre durch die Gegend spazierte. Hmm, in meinem Langzeitspeicher ist er als eine der unmusikalischsten Personen eingeordnet, die ich je kennengelernt habe. Also warum bitte nimmt der Kerl plötzlich Gitarrenunterricht?!?

"Tja, ich hab soviel Guitar Hero gespielt, da blieb mir keine Wahl und ich musste einfach anfangen, richtig Gitarre spielen zu lernen". Diese Antwort erzeugte bei mir eine Art bizarren Staunens, auch bekannt unter dem Namen: offener-Mund-Effekt. Wir haben uns danach noch eine Weile unterhalten, aber dieses Staunen setzte sich fest und ich konnte es nicht mehr vertreiben.

Mit der ersten freuen Minute habe ich den Rechner angeworfen, ein paar Details über Guitar Hero nachgelesen und mir letztendlich kurzentschlossen die PC-Version gezogen. Natürlich nur für empirische Zwecke. Das war am sehr späten Nachmittag. Kurz vor Mitternacht erinnerte mich meine bessere Hälfte unsanft daran, was für einen Lärm ich mache und dass wir nicht allein im Haus wohnen. Anders ausgedrückt: scheisse, das Spiel machte so richtig Spaß! Einen kleinen Makel gab es allerdings. Das Keyboard passte nicht wirklich und trübte die Stimmung ein ganz klein wenig. Zudem redete ich mir ein, dass alles nach dem einfachsten Schwierigkeitsgrad natürlich leichter sei mit einer Gitarre. Doofe Sache. Aber gut.

Am heiligen 1. Mai verbrachte ich unter anderem wieder einige Stunden mit dem Spiel (bin extra früher aufgestanden deswegen!) und langsam aber sicher reifte ein Entschluss. Aber nichts überstürzen, denn so ein Spiel macht Spaß für drei Tage, danach landet es irgendwo in der Ecke, setzt Staub an und wird nie wieder vorgeholt. Das sagte mir auf jeden Fall die Stimme der Vernunft. Heute morgen bin ich kurzentschlossen im Saturn vorbeigeschneit, um mir die PS2-Version mit Gitarre zu holen -.-
Seitdem sind ca. vier Stunden vergangen und mein Rücken beschwert sich bereits vom vielen Zocken. Wie soll das bitte enden? Zuerst mit einem kleinen Mittagschäfchen. Was danach kommt... man weiß es nicht genau.

Die Lektion des Tages: nie fragen, warum jemand ein Musikinstrument mit sich rumträgt. Großer Fehler, unbedingt vermeiden! Dafür gibts jetzt eine neue Attraktion für jede Party ;)

Sonntag, 27. April 2008

Was sollte man gelesen haben?

Tja, der Titel sagts deutlich: welche Literatur sollte man und natürlich auch Frau in seinem Leben wirklich gelesen haben? Funktioniert es überhaupt, eine Liste zusammenzustellen? Und viel wichtiger, ergibt so eine Aufzählung überhaupt einen Sinn?
Wohl kaum. Es gibt genug Beispiele die belegen, dass man kein einziges Buch gelesen haben muss, um durchs Leben zu kommen, um etwas Besonderes zu sein oder Außergewöhnliches zu leisten. Aber es scheint zu helfen ;)
Zudem sollte ich als Deutsch-Student einen gewissen Anspruch erfüllen, ob ich will oder nicht. Das steht leider außer Frage. Hoffentlich ende ich aber nicht als einer dieser altklugen Deutschlehrer, die nichts bessere zu tun haben, als besserwisserische Zitate in einem Augenblick des Triumphs unter die verdutzte Schülerwelt zu bringen.

Der gute Herr Reich-Ranicki hat einen Kanon veröffentlich, der die seiner Meinung nach 20 wichtigesten Romane der deutschen Geschichte enthält. In meinen Augen ist das eine gute Gelegenheit, damit ein kultureller Tiefflieger wie ich genüsslich die Lage sondieren kann. Natürlich beinhaltet dieser Kanon auch Dramen, Lyrik, Erzählungen und Essays. Aber für die erste Einschätzung der Lage konzentriere ich mich nur auf die Romane.

Die Wahlverwandschaften - Johann Wolfgang von Goethe
Die Leiden des jungen Werther - Johann Wolfgang von Goethe
Die Elixiere des Teufels - E.T.A. Hoffmann
Der grüne Heinrich - Gottfried Keller
Frau Jenny Treibel - Theodor Fontane
Effi Briest - Theodor Fontane
Buddenbrooks - Thomas Mann
Der Zauberberg - Thomas Mann
Professor Unrat - Heinrich Mann
Unterm Rad - Hermann Hesse
Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
Der Prozeß - Franz Kafka
Berlin Alexanderplatz - Alfred Döblin
Radetzkymarsch - Joseph Roth
Das siebte Kreuz - Anna Seghers
Die Strudlhofstiege - Heimito von Doderer
Tauben im Gras - Wolfgang Koeppen
Die Blechtrommel - Günter Grass
Montauk - Max Frisch
Holzfäller - Thomas Bernhard

Tja. Einerseits bin ich erstaunt darüber, wieviel ich davon bereits gelesen habe - auch wenn ich in der Schule nicht immer die Wahl hatte und es eher unfreiwillig war. Aber andererseits kenne ich manche Sachen davon überhaupt nicht! Dieser Weg wird lang, teuer und beschwerlich. Kleine Schritte machen...

Meine Stöberei hatte zudem erst begonnen. Deutsche Literatur höheren Anspruchs ist eine Sache, aber ich will mehr als irgendwelche österreichische Autoren, von denen ich bis jetzt nichts gehört hatte! Eine komplettere Liste von Büchern, die unbedingt irgendwann in meinem Bücherregal stehen sollen. Quasi meine persönliche Liste lesenswerter Bücher. Bücher, an denen ich Interesse habe, auch welchem Grund auch immer. Deshalb folgt eine recht willkürlich zusammengewürfelte Auflistung. Dabei gefällt mir besonders, das ich bei "gelesen" wesentlich mehr Haken machen kann. Nur im Bücherregal steht fast nichts davon :/

Odysee, Ilias - Homer
Sagen des klassischen Altertums - Gustav Schwab
Don Quijote - Miguel de Cervantes
Die göttliche Komödie - Dante Alighieri
Das verlorene Paradies - John Milton (+englisch, Himmel hilf)
Tom Sawyer und Huckleberry Finn - Mark Twain (+englisch)
Stolz und Vorurteil - Jane Austin (+englisch)
Die Liebe in den Zeiten der Cholera - Gabriel Garcia Marquez
Der Spieler - Fjodor Dostojewskii
Schuld und Sühne - Fjodor Dostojewski
Der Name der Rose - Umberto Eco
Der alte Mann und das Meer - Ernest Hemingway (+englisch)
1984 - George Orwell (+englisch)
Also sprach Zarathustra - Friedrich Nietzsche
Der kleine Prinz - Antoine de St.Exupery
Von Mäusen und Menschen - John Steinbeck (+englisch)
Mephisto - Klaus Mann
Das Parfüm - Patrick Süskind
Schöne neue Welt - Aldous Huxley (+englisch)
Gottes Werk und Teufels Beitrag - John Irving (+englisch)
Der Schwarm - Frank Schätzing
Steppenwolf - Hermann Hesse
Siddartha - Hermann Hesse
Die Physiker - Friedrich Dürrenmatt
Der Richter und sein Henker - Friedrich Dürrenmatt
Moby Dick - Herman Melville (+englisch)
Neuromancer - William Gibson (+englisch)
Herr der Fliegen - William Golding (+englisch)
Fahrenheit 451- Ray Bradbury (+englisch)
Das Ekel - Jean Paul Sartre
Faust - Johann Wolfgang von Goethe
Dreigroschenoper - Berthold Brecht
Per Anhalter durch die Galaxis - Douglas Adams (+englisch)
Im Westen nichts Neues - Erich Maria Remarque

So, dann mal gleich anfangen mein Bücherregal auszumisten. Das wird ein Spaß. Vor allem sind da einige wirkliche Brummer dabei. Soll ich mir wirklich Paradise Lost antun? Bin mir ja nicht wirklich sicher, das wäre ein harter Kampf im Original - und wohl auch in der deutschen Übersetzung.

Samstag, 26. April 2008

Darth Vader in der Kantine

Hin und wieder gibt es auf YouTube echte Highlights, bei denen man sich wegschmeissen kann vor lachen. Und hier kommt so ein kleines Juwel ;)

In den Filmen lernt man den Todesstern (leider?) nur oberflächlich kennen. Doch natürlich arbeiten dort tausende von Menschen. Und wie in jedem großen Unternehmen gibt es eine Betriebskantine. Wie es dort zugeht, tja, das unterscheidet sich im wesentlichen nicht von der Sparkassenkantine nebenan.



Im Original nennt sich das Ganze «Death Star Canteen», eine Nummer des englischen Komikers Eddie Izzard. Da der Name wohl niemanden etwas sagt: er ist ein berühmter Komiker und Schauspieler, zu sehen war er unter anderem in Ocean's Twelve und Ocean's Thirteen. Allerdings muss ich zugeben, dass mir der Name vorher auch nichts sagte.

Und nebenbei noch eine Frage an die allgemeine Beschaffenheit der Welt und ihrer Menschen: warum trifft man immer wieder Leute, die alleine einen Weg oder eine komplette Straße in Beschlag nehmen? Warum können die nicht rechts oder links laufen, warum immer genau in der Mitte, damit ja niemand an ihnen vorbeikommt? -.-

Dienstag, 22. April 2008

Partyspiele!

Durch mein englisches Games-Seminar bin ich tatsächlich in Versuchung geführt, meine Geburtstagsparty zu missbrauchen und allen mit kleinen Spielchen auf die Nerven zu gehen. Das wird ein Spaß, auf jeden Fall für mich ;)

Wer bin ich? Der Klassiker darf natürlich nicht fehlen: den Namen auf dem Zettel zu erraten, der auf der eigenen Stirn klebt. Ein absolutes Muss. Daran führt kein Weg vorbei.

Wer kann am längsten die Luft anhalten?

Wer kann am längsten auf einem Bein stehen?

Der Preis ist heiß! Die Preise irgendwelcher Gegenstände schätzen.

Ich packe meinen Koffer mit... ja, sowas darf auch nicht fehlen.

Natürlich wird in Nebenzimmer auch der Kickertisch stehen. Wenn nichts mehr geht, rettet der wenigstens den Abend. In den nächsten Tagen mal ausführlich Gedanken über weitere Spielchen machen. Dann noch die richtigen Leute einladen und der Abend könnte wirklich was werden. Auf jeden Fall mehr als nur essen und reden, reden und essen... und danach wird mich jeder hassen, weil ich auf diese bescheuerten Ideen gekommen bin ;)

Donnerstag, 17. April 2008

Transkriptionen, Streams und Angeberei

Für mein Gesprächsanalyse-Seminar müssen wir eine Transkription erstellen, d.h. eine Verschriftlichung eines Gesprächs. Witzigerweise hat unser Dozent ein Gespräch aus einer aktuellen Oliver-Geissen-Show ausgewählt. Wir sind selbst dafür zuständig, das Material zu besorgen. Allerdings haben viele keinen Video- oder DVD-Rekorder. Also was machen?

In ritterlicher Manier habe ich meinem Dozenten geschrieben und mich bereit erklärt, jeden mit diesen knapp zwei Minuten Filmmaterial zu versorgen. Denn das sei ja alles so easy. Kein Problem. Mein Plan: ich lade den Stream direkt runter und stelle den geschnitten Teil ins Netz, so dass jeder darauf zugreifen kann. Dadurch hinterlasse ich einen bleibenden Eindruck und alle finden mich toll ;)

Erstens kommt alles anders, und zweitens als man denkt. Mit keinem meiner kleinen Progrämmchen konnte ich den Stream direkt von rtl-now runterladen. Hmm, bissele rumprobiert, hurra, mit dem Real Player gehts! Allerdings speicherte der den File mit einer mir vollkommen unbekannten Endung ab: .ivr. Diesen File konnte ich mir zwar auf dem Real Player abspielen, aber nicht bearbeiten.
Was macht Mann von Welt? Genau, Oliver Geissen laufen lassen und Google um Rat fragen. Viele Downloads später hatte ich diverse Video Converter gefunden und ausprobiert. Versprochen haben sie viel, das Format tatsächlich erkannt hat keiner. Dumm gelaufen. ALso lief im Hintergrund immer noch Oliver Geissen, in einem Format, das ich nicht bearbeiten und umwandeln konnte. Wie großspurig war ich gleich nochmal in meiner Nachricht an den Dozenten? "Alles kein Problem, ich mach das schon." Sehr dumm gelaufen. Hatte ich meinen Mund vielleicht doch zu voll genommen und zu dick aufgetragen? Kündigt sich da etwa eine Blamage an?

Weiter rumgrübeln, nachlesen und rumfragen. Bis dann endlich der Einfall kam, Heureka! Einfach ein anderes Programm benutzen um den Stream runterzuladen, damit ich mich nicht mit dem .ivr Format rumärgern muss. Gesagt getan. Wieder Google angeworfen und diverse Programme ausprobiert. Nur leider scheinen die alle auf Youtube und Konsorten spezialisiert zu sein, bei rtl-now klappte nichts davon.

Was ist immer die letzte Möglichkeit? Richtig, auf dem gulli Board um Hilfe rufen. Mit dem Schritt hätte ich mir viel Zeit ersparen können. Ein paar Minuten später hatte ich das richtige Programm, um die Adresse des Files rauszufinden (URL Snooper). Mit einem weiteren empfohlenen Programm (Stream Down) konnte ich dann bequem und direkt den File runterladen, im leicht verdaulichen wmv Format. Jetzt nur noch den Window Movie Maker anwerfen und die entsprechende Stelle zusammenschneiden. Puuh. Glück gehabt.

Die Lektion des Tages? Nie den Mund zu voll nehmen. Außer man kennt jemanden, den man fragen kann, wenn man selbst nicht mehr weiter weiß. Denn dann kann man so großspurig auftreten, wie man nur möchte!!! ;)

Mittwoch, 16. April 2008

Das Leben an der PH

Was gibt es schöneres als eine erste Vorlesungswoche an der PH? Nichts! Erholt und hoch motiviert geht es wieder los. Hurra!

Dieses Mal hatte ich alle Anmeldefristen eingehalten, sämtliche Regularien und formellen Herausforderungen beachtet. Kurzum - ich hatte alles richtig gemacht. Mein sorgfältig ausgearbeiteter Stundenplan sieht sehr gut aus, keinerlei überflüssige Hohlstunden. Nicht zuviele und vor allem nicht zuwenige Wochenstunden, dazu ein Tagesfachpraktikum - das Semester kann losgehen!

Bekanntlich ist das Leben zwar hart - aber auch unfair. Im Bezug auf die PH sogar chaotisch. Stellenweise sogar verwirrend. Manchmal dermaßen verwirrend, dass am Ende die Leute, welche zuerst dachten alles richtig gemacht zu haben, die Verwirrten sind.

Doch zuerst das Positive. Mein erster Termin im Tagesfachpraktikum in Oberderdingen war unerwartet gut. Klar, in der Ortschaft sagen sich Kuh und Hase gute Nacht und die Bauern bringen die Traktoren heim sobald es dunkel wird. Wahrscheinlich könnte man vom Zentrum der Welt nicht weiter entfernt sein. Aber egal. In einer reinen Frauengruppe bin ich der Hahn im Korb. Allerdings erstmal abwarten, ob das mit sieben Frauen und einer Lehrerin wirklich toll werden wird. Trotz, oder vielleicht gerade wegen, des ländlichen Gebiets ist die Schule topp. Neben einem schnuckelig eleganten Wohngebiet gelegen überrraschte mich die Schule mit einem erstklassigen modernen Erscheinungsbild. Die technische Ausstattung ist auf höchstem Niveau, alles wirkt sehr hell, aufgeräumt und sehr sauber. So stelle ich mir eine Schule vor.
Wir sind in einer siebten Klasse, und entgegen aller Vorurteile sind die Schüler aufmerksam, aufgeweckt und voll motiviert. Kein Vergleich zu der neunten Klasse, die ich davor mitten in Karlsruhe hatte. Am 3.6. werde ich meine erste Stunde halten. Natürlich habe ich mir Grammatik geangelt, meine Stunde wird sich mit Wortarten beschäftigen. Ja, ich habe sadistische Züge in mir entdeckt. Und ich freue mich darauf!!

Ansonsten verliefen Montag und Dienstag problemlos für mich. In einigen Veranstaltungen gab es die obligatorischen Diskussionen, wenn Leute rausgeschmissen bzw. nicht reingelassen wurden. Aber da ich dieses Mal alles richtig gemacht hatte, war es mir relativ egal.

Heute musste ich dann leider mal wieder feststellen, dass man doch immer wieder der Dumme ist, wenn man sich an die Regeln hält. Wenn man sich über StudIP anmeldet, wochenlang auf der Warteliste hochrutscht und schließlich eine Teilnahmebestätigung bekommt, darf man sich freuen. Sollte man denken. Stattdessen erscheint man in diesem Seminar, die Dozentin packt eine fünf Wochen alte Liste aus, die mit der aktuellen auf StudIP nichts mehr zu tun hatte. Auf neuere Listen könne sie nicht zugreifen, da diese durch Systemabstürze und Fehlfunktionen eh nicht mehr zuverlässig seien. WTF?!?!
Lange Rede kurzer Sinn: plötzlich war ich nicht in der Veranstaltung, in der ich ordentlich angemeldet war. Ein paar andere haben sich geschickt hineinargumentiert, da sie weiter vorne saßen und deshalb zuerst zu Wort kamen. Nochmal, WTF?!?
Also sitze ich plötzlich da mit über zwei Stunden Freizeit. Nicht, dass ich extra für diese Veranstaltung aus einer anderen rechtzeitig ausgetreten bin. Denn ich halte mich ja an Regeln. Pfft. Nie wieder.
Statt einem lückenlosen Stundenplan habe ich urplötzlich eine Brunchpause und darf deswegen noch ein weiteres Seminar streichen, nur damit ich diese ominöse Englischveranstaltung zu einem anderen Zeitpunkt einschieben kann. Wenn ich sie nicht in diesem Semester unterbringe, dürfte ich nur ein Jahr darauf warten. Ist ja nix, wie die Dozentin meinte.

Was lernern wir darauf? Wegen einem Seminar, zu dem ich ordentlich angemeldet war, verpasse ich zwei andere. Ironischerweise ist das Seminar, in das ich jetzt noch glücklicherweise reingerutscht bin, in keinster Weise prüfungsrelevant - nach Aussage der Dozentin sogar komplett überflüssig. Sie würde es gerne loswerden, es sei ein Klotz am Bein. Wieso wird es dann überhaupt angeboten? Klar, wir bekommen eine Unterschrift für einen Modulbaustein. Aber wenn der Inhalt mehr oder weniger komplett egal ist?
Manchmal verstehe ich den tieferen Sinn eines Studiums an der PH nicht. Es werden konsequent zu wenige Veranstaltungen angeboten - und jeder weiß es. Warum aber werden Seminare veranstaltet, die inhaltlich zwar interessant, für den weiteren Verlauf des Studiums und die damit verbundenen Prüfungen uninteressant sind?